Corona in der Bergrettung

Leider geht die aktuelle Pandemie des Corona-Virus auch bei der Bergrettung nicht spurlos vorbei. Alle Rettungschefs der Alpinen Rettung Schweiz haben Anordnungen bekommen, wie wir uns im Falle von Einsätzen verhalten müssen.

Die Lage der notfallmedizinischen Grundversorgung spitzt sich in verschiedenen Regionen mit unterschiedlicher Geschwindigkeit zu. Aktuell hat der Bundesrat den Notstand ausgerufen und die Führung der Notfallorganisation liegt beim Bund. Gemeinden und Kantone mit ihren Blaulichtorganisation und subsidiär unterstützt durch die Armee sind ausführende Organe und können durch weitere Rettungsdienste und den Bevölkerungsschutz unterstützt werden.

Die Behörden können in dieser Lage auch auf Ressourcen der Alpinen Rettung Schweiz zurückgreifen, tragen damit aber auch die Verantwortung für die Verhältnismässigkeit der Einsätze. Die Einsatzaktivitäten müssen deshalb der Ausbildung und der Ausrüstung der beigezogenen Hilfskräfte angepasst werden. Das Rettungspersonal der ARS ist jedoch nicht für Pandemieeinsätze ausgebildet, ausgerüstet und auch nicht primär vorgesehen. Deshalb müssen unsere Retterinnen und Retter bei Einsätzen zu Gunsten der Behörden mit einer entsprechenden Sofortausbildung und der erforderliche persönlichen Schutzausrüstung für bevorstehende Einsätze durch die auftraggebende Organisation vorbereitet werden.

Die Wahrscheinlichkeit von klassischen Bergrettungseinsätzen dürfte sich durch die einschränkte Mobilität eher verringern und höchstwahrscheinlich auch weniger klassische Risikogruppen betreffen. Folglich können diese Einsätze gemäss den aktuellen Vorgaben des BAG nach wie vor geleistet werden, unterstehen aber nach wie vor der Freiwilligkeit.

Ich wünsche allen gute Gesundheit.

Blibid gsund!

Martin Küchler